In der #weltstillwoche2019 ging es auf unserem Instagram-Profil so wie es sich gehört: über die Themen „Voll-stillen, Langzeit-stillen, Ab-stillen und andere -stillen.

Muttermilch ist gesund, Baby braucht es und wenn Du lange versuchst, Zuspruch bekommst und nicht aufgibst, wird es schon klappen – so war das Motto sowie von mir als auch von den Mädels in den Kommentaren.

Das hat sich aber nicht vollkommen richtig angefühlt. Wir waren eine Gruppe, vielleicht eine große Gruppe, jedoch waren wir nicht ALLES, nicht das allumfassende lebendge Muttersein. Ja, wir haben kurz oder lang vollgestillt, hatten mehr, weniger oder keine Startprobleme, wurden gut, schlecht oder gar nicht unterstützt und haben die Zeit als schön, nicht nur schön und gar nicht schön empfunden.

Was uns in dieser Gruppe allerdings gefehlt hat, waren diese großartigen Mütter, die ihre Babys auch gestillt haben, nur nicht mit Muttermilch.

Brusternährungsset (Bildrechte: MEDELA)

Wach gerüttelt wurde ich durch eine Nachricht von meiner Followerin Anne, die schrieb:

Alina, vielleicht könntest du einen Post darüber machen, wenn es mal nicht mit dem Stillen klappen sollte. Ich selber habe ja alles versucht: mit Hebamme, mit Stillberatung, mit dem Brusternährungsset. Ich habe Tees ohne Ende getrunken und.. und… und…. Leider war meine Milchmenge an einem gewissen Punkt einfach erreicht. (Wir konnten übrigens feststellen, dass ich trotz dem großen Busen zu wenig Milchdrüsen habe, was aber ja auch nicht immer heissen muss, dass man zu wenig gibt). Ich habe viel geweint als ich aufgehört habe zu stillen und habe wenig Verständnis von „fremden“ erfrahen. Viele sagten mir es läge an mir oder dass ich es nicht richtig versucht hätte; schließlich könne jede Frau stillen wenn sie es nur wolle. Ich wollte es so sehr und dennoch…. vielleicht könntest du auch diesen Frauen Mut machen? Dass es ok ist wenn es nicht klappt?

Da war sie: diese wunderbare Mutter, so ehrlich authentisch und entzückend, die so liebt, gibt, spürt und kämpft. Die, die so so so sehr in unseren Still-Themen gefehlt hat:

Mutter, die mit Flasche stillt. DU GEHÖRST DAZU!

Es gibt sie wirklich: Frauen, die wegen dem einen oder anderen Problemchen nicht stillen können. Da ich bei diesen Problemchen fachlich überfragt bin, wende ich mich an Kollegin, Stillberaterin und Mama von 5 Kindern Yvonne Pirrera von der Stillbegleitung Geborgensein in Dreieich. Das was jetzt kommt, stammt von der Feder der lieben Yvonne. Sie erzählt uns auch, warum es bei manchen Frauen NICHT mit Stillen klappt.

Jede Frau stillt, auch wenn das Kind die Flasche bekommt.

Es ist kein Mythos, dass eine Frau nicht stillen kann, es ist so. Und doch können diese Frauen ihre Kinder STILLEN. Denn stillen ist mehr als die Ernährung mit MUTTERMILCH. Stillen bedeutet Nähe, Zuneigung, Bedürfnisse erkennen und so vieles mehr. Deshalb KANN jede Frau stillen, auch wenn das Kind die Flasche bekommt. Und deshalb ist jede Mama großartig!

Gründe warum  Frauen keine oder nur unzureichend Milch bilden können, sind:

  • Starker Blutverlust nach der Geburt durch zurückgebliebene Plazentareste, nach der Entfernung kann die Milchbildung wieder in Gang kommen.
  • Ausgeprägte Blutarmut und/oder Eisenmangel. Nach feststellen der Diagnose kann das Stillen möglich sein.
  • Schilddrüsen-Über- oder Unterfunktion, ein vergleichsweise häufiger Grund für unzureichende Milchbildung. Manchmal tauchen Schilddrüsenerkrankungen erst nach der Geburt zum ersten Mal auf. Wird es festgestellt kann durch eine Behandlung der Schilddrüsenfehlfunktion die Milchbildung in Gang kommen.
  • Nach einer Brust Op. Es kann Brustdrüsengewebe verletzt worden sein oder sogar durchtrennt sein, wodurch nur wenig oder gar keine Milch vorhanden ist.
  • Fehlbildung der Brust. Z.b tubuläre Brüste. Dadurch hat man meist eine abnorme Drüsenentwocklung die das stillen unmöglich macht.
  • Endokrinologische Erkrankungen erschweren oder verhindern oftmals das Stillen, da es bis zur Diagnose und Einstellung der Medikamente zu lange dauert um das stillen möglich zu machen.

Defintiv kein Vollstillen:

  • Während einer Krebsdiagnose. 
  • Zu wenig Brustdrüsengewebe.

Erkrankungen beim Kind, die das stillen erschweren und der Milchfluss nicht angeregt werden kann:

  • Lippen-Kiefer-Gaumen Spalte.
  • Zu kurzes Zugenband, wird dieses erkannt und behandelt kann das stillen möglich sein. Ist das Zunhenband zu kurz kann das Kind mit der Zunge die Brust nicht ausstreichen und somit bekommt es nicht genug Milch aus der Brust, die Milchbildung wird nicht angeregt.

Liebe Mamas, die oben genannte Anzeichen bei sich spüren, bitte traut Euch eine Fachperson, z.B. Eure Hebamme oder Stillberaterin zu kontaktieren! Es ist ganz normal, wenns mal nicht glatt läuft.

Egal, ob Du nun mit Deiner Muttermilch, der Muttermilch einer anderen Frau oder mit der Flasche stillst: Du bist okay. Du bist eine von Uns.