Wie Du Dich während der Geburt in die Seile Deiner Weiblichkeit fallen lassen kannst.

Vor ein Paar Jahren haben ich und mein Mann das Hochseilklettern für uns entdeckt. Es ist ein schönes Gefühl, wenn man nach ein Paar Minuten verstanden hat, dass man im Sicherheitsgurt in der Höhe eigentlich ganz sicher ist und entspannt die Hindernisse im Team überwinden kann. Eine schöne Sportart, um den Teamgeist der Partnerschaft zu stärken 🙂 

img-20161015-wa0001So stand ich ein Jahr nach der Geburt unseres Zweiten im Darmstädter Hochseilgarten am Ende eines Parcours (so nennt man die festgelegte Strecke zwischen den Bäumen, die meistens nur in eine Richtung begehbar ist) und am Ende mit meinen mentalen Kräften. Ich musste jetzt einen Sprung von ca. 6 Meter Höhe ins Freie machen. Nach einem halben Meter Freiflug würde ich durch mein Eigengewicht vom sogenannten Ventilator, an den ich durch Seile an meinem Sicherheitsgurt angebunden war, abgebremst werden und lande ganz sanft auf den Boden.. Auf dem Boden standen bereits drei Vorgänger, die vor meinen Augen diesen Sprung erfolgreich meisterten und nach mir wartete geduldig mein Mann und versicherte mir, dass alles gut sei.

Ich weiß nicht, wie Du zu extremen Sportarten stehst, aber für mich war dieser Sprung eine echte Überwindung, auch wenn 6m Höhe für manch eine Fallschirmspringerin o.ä. süß erscheinen.

Ich stand dann da und habe es einfach nicht geschafft, einen Schritt nach vorne und in die sichere Seile meines Sicherheitsgurtes zu machen.

Ich hatte Angst davor, dass es bei mir schief geht.

Schaffe ICH das auch? Bleibe ich heil und gesund? Wird der Ventilator mich nicht im Stich lassen und eine Fehlfunktion liefern?

Mehrere Stunden danach und noch lange an diesem Abend habe ich an diesen Moment meiner Sensibilität gedacht. Ich wusste, dass ich vor kurzem schon mal in einer ähnlichen Situation war, nur nicht im Wald, sondern im Krankenhaus während der Geburt unseres zweiten Jungen!

Wir haben schon immer zwei Kinder geplant, doch war die zweite Schwangerschaft eine Überraschung. Ich hatte mich gerade entschlossen, endlich mein eigenes Online-Business aufzubauen und die Teilzeit-Einstellung aufzugeben, die mich nicht erfüllte. Ich habe mir gerade geschworen, dass ich jetzt meine berufliche Zukunft selbst in die Hand nehme und… wurde zwei Wochen später schwanger.

Während der Geburt kommt jede Frau zu einer Übergangsphase, bei der der Gebärmutterhals vollständig geöffnet ist und das Baby seinen Geburtsweg antritt.

Das ist die Phase, die alles ändert.

Danach wird nichts mehr wie es war. Danach bist Du eine mehrfache Mama und Dein Alltag muss sich wieder ändern. Alle müssen sich anpassen und es wird alles in Deinem Leben wieder in Bewegung gebracht, um einen neuen Menschen aufzunehmen.

Das ist der Geburtsabschnitt, der bei vielen Frauen mit intensiven Körpergefühlen verbunden wird. Es sind keine Schmerzen (wenn Du keinen Widerstand leistest). Es ist eher Druck, der von innen kommt und Dich auffordert, dem nachzugeben, weich zu werden, ihn zuzulassen. Uns überfordert dieser Druck oft. Wir bekommen Angst, Panik, wollen weg laufen, „ich schaffe das alles gar nicht!“ – schreit so eine manche.

Und das ist DER Moment, an dem Du abspringen musst!

„Spring und das Netz wird erscheinen.“

Spring in die Seile Deiner Weiblichkeit, Deiner Gebärfähigkeit und weiß, dass der Ventilator (Göttin) sich wieder kümmern wird. Sie wird Dich umarmen und auch durch diesen Lebensabschnitt führen.

„Ja! Ich werde unendlich weit!“ – habe ich für mich innerlich geschrieen, nachdem einige äußerst unangenehmen Minuten vergangen sind und keinen Fortschritt gebracht haben. Und nach zwei Wellen gebar ich unseren rosanen und duftenden Sohn.

Und er, obwohl ich anfangs seine Geburt als Verhinderung meines beruflichen Werdegangs sah, hat mir den harmonischsten Weg für mich gezeigt mein Business doch aufzubauen, indem er mir eine schmerzfreie Geburt schenkte und mich unbewusst zum Birth Coach machte…

Und was den Sprung im Hochseilgarten angeht, ich habe ihn nach mehreren schweißtreibenden Minuten dann doch geschafft. Ich setzte mich erst auf die Fußleiste hin und bewegte langsam meine Pobacken nach vorne, bis ich mit einem adrinalinvollen Aufschrei in die Tiefe gestürzt bin und vom Ventilator aufgefangen wurde. Doch hätte ich keinen Mut gefunden, mich diesem Prozess zu öffnen, wäre nach einem Ruf ein Trainer da und hätte mich heruntergeholt.

Schön zu wissen, dass wir auch bei der Geburt gute „Trainer“ haben. Jedoch wachsen tun wir erst, wenn wir uns trauen, abzuspringen.

Wenn Du durch diesen Moment des höchsten spirituellen Wachstums während der Geburt auch bereits gegangen bist, teile jetzt Deine Erfahrung in den Kommentaren mit mir und anderen Müttern! Was hat Dir geholfen während der Austreibungsperiode Dich zu „öffnen“ und Dein Baby zu gebären? War das vielleicht eine kurze Bemerkung Deines Partners oder der Hebamme? Oder eine Affirmation? Ich würde mich sehr über Dein Kommentar freuen!

Für die Welt bist Du irgendjemand,
Aber für irgendjemand bist Du die Welt!

Deine A.

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